14.10.2026 | Lesezeit: ca. 9 Min.
Der Wechsel von VMware zu Virtuozzo ist kein Neubau für Ihre IT-Infrastruktur, sondern eine Verlagerung in fünf Schritten:
- Bestandsaufnahme,
- Testmigration,
- Netz- und Storage-Anbindung,
- Wellenmigration nach Kritikalität,
- Abschaltung der Altumgebung.
Ihre virtuellen Maschinen wandern im laufenden Betrieb in die neue Umgebung. Eine Unterbrechung besteht in einem Neustart je Maschine, nicht in einem Wartungsfenster mit Downtime über Tage. Wir haben dafür erprobte Tools im Einsatz und betreiben die Zielplattform in unseren Datacentern in Hamburg, geprüft nach BSI C5 Typ 2 und ISAE 3402 Typ 2.
Der Anlass: eine Lizenzentscheidung mit Termin
Seit der Übernahme von VMware durch Broadcom stehen viele Unternehmen vor derselben Lage: geänderte Lizenzstruktur, steigende Kosten. Wer davon betroffen ist, hat das Lizenz-Ende im Kalender und braucht einen zuverlässigen Partner für den Wechsel.
Die Frage, die oftmals offenbleibt, ist die praktische: Wie läuft so eine Migration ab, was bedeutet sie für den laufenden Betrieb, und wer macht die Arbeit? Darum geht es in dieser Insight.
Was Sie in der Uptime Cloud auf Virtuozzo bekommen
Virtuozzo setzt auf einer OpenStack-Basis mit dem Hypervisor KVM auf und ergänzt sie um eine Verwaltungsoberfläche mit Self-Service-Funktionen. Damit gilt für diese Variante alles, was für offene Standards und Wechselfähigkeit spricht – ohne dass Sie eine OpenStack-Umgebung selbst aufbauen und betreiben müssen.
Ein einzelnes Produkt statt eines Konglomerats
In einer VMware-Umgebung werden für einen vollständigen Funktionsumfang gleich mehrere Produkte lizenziert, betrieben und aufeinander abgestimmt – Virtualisierung, Storage, Netzvirtualisierung, Container-Plattform, Cloud-Director.
Virtuozzo bündelt Virtualisierung, hyperkonvergenten Speicher, Netz und Oberfläche in einem einzelnen Produkt.
Web-Oberfläche und API gleichzeitig
Oberfläche und API sind parallel nutzbar. Ihr Team kann gleichzeitig über die Weboberfläche arbeiten und über die API-Schnittstelle automatisieren – kurz: Infrastructure as Code mit Ansible oder Terraform, ohne dass die grafische Bedienung dabei ausfällt.
RZ-Betrieb, der nicht bei Ihnen liegt
Aufbau, Updates, Hochverfügbarkeit und Störungsbehebung der Plattform liegen bei uns. Sie verwalten Ihre virtuellen Maschinen, nicht den Unterbau. Eine Übersicht der wichtigsten Details unsers Angebots:
| Uptime Cloud auf Virtuozzo | |
| SLA | 99,99 % bezogen auf den Monat, 24/7 Business Critical Call möglich |
| Hypervisor | KVM (Open Source) |
| Basis | OpenStack (Open Source Cloud-Betriebssystem) |
| Standort | eigene Datacenter in Hamburg |
| Testate und Zertifikate | BSI C5 Typ 2, ISAE 3402 Typ 2, ISO 27001, ISO 20000, ISO 9001 |
| Vertragsrecht | deutsches Recht, deutsche GmbH ohne ausländische Muttergesellschaft, Investoren o. ä. |
| Einstiegspreis | ab 250 € pro Monat |
Die zwei Migrationsarten
Die Migrationsart entscheidet über die Ausfallzeit. Beide Verfahren sind erprobt, und beide haben ihre Berechtigung.
Live-Migration – der Regelfall
Eine virtuelle Maschine wird übertragen, während sie läuft. Ihre Anwendung bleibt während der gesamten Übertragung erreichbar. Erst zum Abschluss ist ein Neustart auf der Zielplattform erforderlich, damit die geänderte Konfiguration – Treiber, Netzanbindung, Bootreihenfolge – aktiv wird. Die Unterbrechung ist damit auf einen planbaren Neustart von wenigen Minuten begrenzt und wird nicht durch die Dauer des Datentransfers.
Wir nutzen für diesen Weg ein Set an erprobten Migrationswerkzeugen. Diese übernehmen das Auslesen der Quellumgebung, die Übertragung im laufenden Betrieb, die Formatumwandlung und die Anpassung der virtuellen Maschine an die Zielplattform. Bedient werden die Tools von unseren Mitarbeitern in Hamburg.
Cold Migration – wenn die Maschine besser stillsteht
Die virtuelle Maschine wird im ausgeschalteten Zustand übertragen. Dieser Weg ist der richtige, wenn
- das Gastsystem älter ist oder ein alter Bootloader die Übertragung im laufenden Betrieb erschwert,
- die Maschine unter dauerhaft hoher Last steht und die Änderungsrate den Abgleich unwirtschaftlich macht,
- oder das ausreichende Wartungsfenster ohnehin vorhanden ist.
Cold Migration ist technisch einfacher und dient uns zugleich als Rückfalloption, wenn eine Live-Übertragung an Kompatibilitätsgrenzen stößt. Die Ausfallzeit hängt dann unmittelbar an der verfügbaren Bandbreite zwischen Quell- und Zielumgebung und den zu übertragenden Datenmengen – ein Punkt, den wir in Schritt 1 gemeinsam prüfen.
Was mit Snapshots, Templates und Clustern passiert
Snapshots wandern nicht als Snapshot-Kette mit. Sie werden vor der Migration aufgelöst. Der aktuelle Stand geht über in Virtuozzo/OpenStack, die Historie bleibt in der Altumgebung bis zu deren Abschaltung erhalten. Oder Sie sichern sie per Backup. Templates werden auf der Zielplattform neu angelegt – in der Regel geht das schneller als eine Konvertierung. Anwendungsverbünde und Cluster-Dienste werden vor der Migration als Abhängigkeitsgruppe erfasst und gemeinsam in einer Welle bewegt, nicht maschinenweise.
Acronis Cyber Protect ist unsere Backup-Lösung für die Uptime Cloud. Sie deckt die Sicherung vollständiger virtueller Maschinen und einzelner Dateisysteme ab, mit verschlüsselter Übertragung und Speicherung, Versionierung, Aufbewahrungsregeln und automatischer Löschung nach Ablauf der Frist. Die Kopien liegen auf getrennten Systemen, auf Wunsch georedundant an einem zweiten Standort.
Für die Migration heißt das konkret:
- Vor der Welle wird der Stand der betroffenen Maschinen gesichert. Das ist der Rückweg, wenn eine Umschaltung nicht wie geplant verläuft.
- Nach der Umschaltung läuft die Workload in der Zielumgebung weiter – ohne Lücke zwischen Altbetrieb und Neubetrieb.
- Die Altumgebung wird erst abgeschaltet, wenn die Sicherung der Zielumgebung nachweislich greift und ein Rückspieltest erfolgreich war.
Die Migration in fünf Schritten
Schritt 1 – Bestandsaufnahme und Abhängigkeitsanalyse
Was wir tun. Wir nehmen Ihre bestehende Umgebung vollständig auf: vSphere-Komponenten, Netztopologie mit verteilten Switches, Port Groups, VXLANs und physischer Verkabelung, vSAN und angebundener externer Speicher über iSCSI, NFS oder FCoE, Anwendungsverbünde, Subnetz-Zuordnungen sowie Ihre bestehenden Backup- und Notfallkonzepte. Anschließend stellen wir den Ist-Stand dem Zielaufbau gegenüber und benennen Lücken.
Was Sie beitragen. Einblick oder Zugang zur Verwaltungsebene der Altumgebung, Ansprechpartner für die Anwendungen und eine Aussage dazu, welche Dienste zusammengehören. Letzteres ist der Punkt, an dem Dokumentation und Wirklichkeit am häufigsten auseinandergehen.
Was schiefgehen kann. Nicht dokumentierte Abhängigkeiten zwischen Anwendungen. Sie sind der häufigste Grund, warum eine Migration nicht an der Technik, sondern an der Reihenfolge scheitert. Deshalb steht dieser Schritt vorne und nicht als Nebenarbeit daneben.
Ergebnis. Eine Zielarchitektur, eine Wellenplanung nach Kritikalität und Abhängigkeit, benannte Erfolgskriterien.
Schritt 2 – Testmigration in der Pilotphase
Was wir tun. Wir stellen Ihre Zielumgebung bereit und migrieren eine ausgewählte, nicht kritische Arbeitslast vollständig – mit Umschaltung, Funktionsprüfung und Rückspieltest der Sicherung. Diese Probe klärt Durchsatz, Umschaltdauer und Verhalten des Gastsystems an einem echten Fall statt an einer Schätzung.
Was Sie beitragen. Die Auswahl der Testmaschine und eine fachliche Abnahme: läuft die Anwendung so, wie sie laufen soll.
Was schiefgehen kann. Eine zu einfach gewählte Testmaschine erzeugt einen zu guten Wert. Wir wählen die Probe gemeinsam so aus, dass sie repräsentativ ist.
Ergebnis. Belastbare Zeitwerte für die Wellenplanung – und eine Umgebung, die Sie bereits selbst bedient haben.
Schritt 3 – Netz- und Storage-Anbindung
Dieser Schritt ist technisch der anspruchsvollste, und er entscheidet, wie „unsichtbar“ die Migration für Ihre Nutzer bleibt.
Verbindung der Verwaltungsnetze. Zwischen Altumgebung und Zielplattform muss das Verwaltungsnetz vollständig erreichbar sein, und die benötigten TCP- und UDP-Ports müssen offen sein. Ohne diese Verbindung ist keine Übertragung im laufenden Betrieb möglich.
Netz für die migrierten Maschinen. Die virtuellen Maschinen behalten auf der Zielplattform ihre bisherigen, internen IPs bei. Die externe Anbindung wird über Floating IPs bereitgestellt. Firewall-Regeln können typischerweise übernommen werden, während DNS-Einträge eine Anpassung benötigen.
Bandbreite. Die verfügbare Übertragungsrate bestimmt die Migrationsdauer und folglich bei einer Cold-Migration die Downtime für diese Migrationsart. Wir bewerten Ihre Anbindung in Schritt 1 und sagen Ihnen, ob eine temporäre Aufstockung von Ressourcen sinnvoll ist. Unsere Rechenzentren sind an die wesentlichen Internet-Backbones angebunden; eine direkte Anbindung Ihres Standorts ist möglich.
Schritt 4 – Wellenmigration nach Kritikalität
Was wir tun. Wir migrieren in Gruppen, beginnend mit den unkritischen Systemen. Jede Welle folgt demselben Ablauf:
- Sicherung des Ausgangszustands,
- Live-Übertragung im laufenden Betrieb,
- geplanter Neustart im vereinbarten Zeitfenster,
- Funktionsprüfung,
- Freigabe.
Für jede Welle steht ein Rückweg fest, bevor sie beginnt.
Ein benannter Ansprechpartner begleitet die Umschaltungen. Wir richten für die Projektdauer einen festen Kommunikationskanal ein (E-Mail oder Telefon) und halten regelmäßige Abstimmungen, in denen der Stand und die nächste Welle besprochen werden.
Was Sie beitragen. Freigabe der Wartungsfenster und fachliche Abnahme je Welle.
Was schiefgehen kann. Eine Maschine, bei der die Live-Übertragung an Kompatibilitätsgrenzen stößt. Dann wird sie in einem Zeitfenster mit Downtime migriert. Deshalb sind die Wellen klein und nicht groß.
Schritt 5 – Abschaltung und Lizenzkündigung
Was wir tun. Wir begleiten den Parallelbetrieb, bis die Zielumgebung stabil läuft und die Sicherung dort nachweislich greift. Danach dokumentieren wir den Endzustand.
Was Sie beitragen. Die Entscheidung zur Abschaltung und die Kündigung Ihrer Altlizenzen zum passenden Termin.
Parallelbetrieb: Sie müssen nicht an einem Tag umsteigen
VMware und Virtuozzo lassen sich gleichzeitig betreiben. Das ist der eigentliche Grund, warum eine Migration in Wellen funktioniert: Sie verlagern Arbeitslast für Arbeitslast, prüfen jedes Ergebnis und behalten während der gesamten Zeit einen funktionierenden Betrieb auf beiden Seiten. Wir bieten IaaS auf Virtuozzo, OpenStack, Proxmox und VMware VCF an – auch ein gestaffelter Weg über mehrere Plattformen ist damit möglich, wenn einzelne Anwendungen zunächst auf VMware bleiben müssen.
Was der Wechsel an Souveränität bringt
Eine Migration ist Aufwand. Sie sollte deshalb mehr lösen als eine Lizenzfrage.
- Betrieb durch eigene Mitarbeiter in Hamburg. Kein Unterauftragnehmer, keine Fernwartung aus Drittstaaten.
- Verträge nach deutschem Recht. Uptime IT ist eine deutsche GmbH und unterliegt nur der deutschen Jurisdiktion.
- Extern geprüft. BSI C5 Typ 2 und ISAE 3402 Typ 2 durch eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, dazu ISO 27001, ISO 20000 und ISO 9001. Auditfähig gegenüber Ihren Prüfern.
- Offene Basis, kein neuer Lock-in.OpenStack-Basis mit KVM. Ihre Arbeitslast ist jederzeit selbst exportierbar – ohne Ankündigung und ohne unsere Mitwirkung.
Planbare Rechnungen. Keine Egress-Überraschungen, keine versteckten Posten, dafür ein persönlicher Ansprechpartner.
Häufige Fragen
Kann ich meine virtuellen Maschinen mitnehmen? Ja. Ihre Maschinen werden übertragen und für die Zielplattform angepasst, nicht neu aufgebaut. Betriebssystem, Anwendungen und Daten bleiben, wie sie sind.
Wie lange steht mein Betrieb still? Bei einer Live-Migration je Maschine für die Dauer eines geplanten Neustarts, nicht die gesamte Dauer der Daten-Übertragung. Bei einer Downtime-Migration hängt die Ausfallzeit an Datenmenge und Bandbreite. Beide Werte messen wir in der Testmigration, bevor die Wellenplanung festgeschrieben wird.
Wie lange dauert das Projekt insgesamt? Das hängt von der Anzahl der Maschinen, der Anzahl der Abhängigkeitsgruppen und der Zahl der freigegebenen Wartungsfenster ab – nicht an der Übertragungstechnik. Nach Planungsschritt 1 nennen wir Ihnen einen Zeitraum, der auf Ihrer Umgebung beruht und nicht auf einem Durchschnitt.
Was passiert mit meinen Snapshots? Snapshot-Ketten werden vor der Migration aufgelöst. Der aktuelle Stand geht über; die Historie bleibt bis zur Abschaltung in der Altumgebung oder wird per Backup gesichert.
Was passiert, wenn eine Migration fehlschlägt? Vor jeder Welle steht eine Sicherung des Ausgangszustands, und die Altumgebung läuft während des Parallelbetriebs weiter. Der Rückweg ist damit die laufende Quellmaschine, nicht eine Wiederherstellung unter Zeitdruck.
Behalten meine Maschinen ihre IP-Adressen? Ja. Der interne IP-Bereich der Zielumgebung ist deckungsgleich zur bisherigen Umgebung. Firewall-Regeln bleiben unverändert. Bei DNS-Einträgen ist typischerweise mit Anpassungen zu rechnen.
Migrieren Sie eine Workload, bevor Sie sich entscheiden.
30 Tage Pilotphase, 250 € Startguthaben, persönliches Onboarding durch unsere Cloud-Architekten.
Sprechen Sie uns an: +49 40 254 137 00 · Mo–Do 8–17 Uhr, Fr 8–16 Uhr · info@uptime.de